Das repräsentative Demokratiemodell scheint in der Krise. Viele Menschen beklagen Intransparenz in der Politik und haben den Eindruck, keinen Einfluss auf politische Entscheidungen mehr ausüben zu können. Gleichzeitig stellen populistische Parteien und Bewegungen die Grundwerte der Sozialen Demokratie infrage. Woran liegt das und wie kann gegengesteuert werden?

Die Friedrich-Ebert-Stiftung rückt die Debatte über die Zukunft der Demokratie ins Zentrum einer Ringvorlesung im Wintersemester 2018/2019; gemeinsam mit Professor Frank Decker vom Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn.

Die Ringvorlesung ist als Studium Universale Bestandteil des Vorlesungsplans der Universität Bonn und steht Studierenden aller Fakultäten und der interessierten Öffentlichkeit offen.

21.11.2018

Foto: Universität Heidelberg

Über die Zukunft der Demokratie

> Prof. Manfred G. Schmidt von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, eröffnete die Ringvorlesung vor rund 200 Zuhöhrer_innen mit einem Vortrag zur Zukunft der Demokratie. Deutschland bezeichnete er als eine angeschlagene Demokratie. Doch seine Prognose lautet: Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert der Demokratie werden, das geprägt sein wird von einem Nebeneinander teils gut, teils mäßig und teils miserabel funktionierenden Demokratien. Die Demokratie wird dabei nicht gegnerfrei sein, sondern mit Autokratien koexitieren, die ihnen feindlich gesinnt sind.

Der Vortag ist auch als Videomitschnitt verfügbar.

 

28.11.2018

Foto: privat

Politik im Digitalen Zeitalter - Krise politischer Organisationen?

> Dr. Jasmin Siri, Ludwig-Maximilians-Universität München, sprach in der zweiten Sitzung der Ringvorlesung über die Folgen digitaler Kommunikation für politische Organisationen. Eine neue Krise der Parteien stellte sie nicht fest, jedoch müssten politische Organisationen mit neuen Herausforderungen umgehen: Neue Zeitverhältnisse der Kommunikation, zunehmende Personalisierung und Emotionalisierung bestimmter Themen sowie die Diskreditierung politischer Akteure.

Der Vortag ist auch als Videomitschnitt verfügbar.

 

12.12.2018

Foto: www.davidson.edu

Die Vertrauensformel: So gewinnt unsere Demokratie ihre Wähler zurück

> Prof. Timo Lochocki, Davidson College-North Carolina, geht in seinem aktuellen Buch "Die Vertrauensformel" (Herder Verlag) der Frage nach was gegen das Erstarken der politischen Ränder zu tun ist. Gestützt auf internationale Vergleichstudien erklärt er in der dritten Sitzung der Ringvorlesung, wie die Volksparteien ihre Wähler_innen wieder zurückgewinnen können. Sein Rezept: ein neuer "Bürgerlicher Kompromiss".

Der Vortrag ist auch als Videomitschnitt verfügbar. 

 

19.12.2018

Foto: privat

Politische Gleichheit - das uneingelöste Versprechen der Demokratie

> Prof. Armin Schäfer, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, geht in seinem Vortrag auf den Zusammenhang von sozialer und politischer Ungleichheit ein und erklärt anhand seiner aktuellen Forschung warum wachsende Ungleichheit für die Demokratie ein zentrales Problem darstellt.

Der Vortrag ist auch als Videomitschnitt verfügbar.

 

09.01.2019

Foto: Nina Pieroth

Postmigrantische Gesellschaft: Ein Versprechen der pluralen Demokratie

> Prof. Naika Foroutan, Humboldt-Universität zu Berlin, spricht in ihrem Vortrag über die Pluralität der deutschen Gesellschaft und die Ambivalenz zwischen dem Versprechen der pluralen Demokratie und der empirischen Realität sowie deren Folgen für die Demokratie.

Der Vortrag ist auch als Videomitschnitt verfügbar.

 

16.01.2019

Foto: privat

Grundwerte sind für demokratische Politik kein Luxus!

> Prof. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform und Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD, macht in ihrem Vortrag deutlich, dass Grundwerte für demokratische Politik nicht nebensächlich sind: Sie sind politische Ziele, nach denen man politisches Handeln ausrichten müsse. Grunwerte geben Orientierung und stärken so das Vertrauen in die Demokratie.

Der Vortrag ist auch als Videomitschnitt verfügbar.

23.01.2019

Foto: Niccoló Caranti

Postdemokratie nach den Krisen

> Prof. Colin Crouch, lehrte bis zu seiner Emeritierung als Professor für Governance and Public Management an der University of Warwick. Sein Essay „Postdemokratie“ galt bereits kurz nach seinem Erscheinen im Jahr 2003 als Klassiker der Gegenwartsdiagnose. In seinem Vortrag gibt er erste Einblicke in den noch unveröffentlichten Nachfolger dieses Bestsellers.

Der Vortrag ist auch als Videomitschnitt verfügbar.

 

30.01.2019

Foto: Butzmann

Warum Europa eine Republik werden muss!

> Prof. Ulrike Guérot, leitet das Department für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems. Sie wagt in ihrem Vortrag ein utopisches Experiment und fordet dazu auf Europa neu zu denken: Alle europäischen Bürger haben gleiche politische Rechte. Vernetzt die europäischen Regionen! Schafft ein gemeinsames republikanisches Dach! Wählt einen europäischen Parlamentarismus, der dem Grundsatz der Gewaltenteilung genügt!

Der Vortrag ist auch als Videomitschnitt verfügbar.